Mayday! Mayday! Alarm im Cockpit

Gestern rief mich ein Unternehmer an und berichtete mir, dass die Bank seine Konten gelöscht hätte und er somit zahlungs- und handlungsunfähig wäre. Auf meine Fragen hat sich dann herausgestellt, dass der Unternehmer Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt hat und das Verfahren vom Amtsgericht auch bewilligt worden ist. Deshalb erschien es dem Unternehmer völlig unverständlich, warum seine Hausbank die Konten gelöscht hat.

Als ich weiter nach möglichen Gründen gefragt habe, sagte der Unternehmer, dass er im Dezember sämtliche Schreiben seiner Bank ignoriert bzw. die Briefe nicht geöffnet hat!?  

Kredit ist abgeleitet vom lateinischen credere, das bedeutet glauben und vertrauen. Warum soll eine Bank einem Kunden vertrauen, der in einer kritischen Situation wie der Insolvenz die Kommunikation verweigert?

Ich werde versuchen, bei der Hausbank etwas zu kitten oder den Kontakt zu anderen Banken aufnehmen. Ob ich hier wirklich unterstützen kann, ist aktuell noch nicht zu beurteilen.

Deshalb lautet mein Rat:

Der Kontakt zu seinem Banker oder der Hausbank sollte nie abreißen, in guten wie in schlechten Zeiten. Es kann immer mal zu schwierigen Situationen oder Liquiditätsengpässen kommen. Deshalb ist es wichtig, dass der Banker seine Mandanten, deren Geschäftsmodell versteht und kennt. In kritischen Situationen den Kopf in den Sand zu stecken, führt in der Regel in eine Sackgasse. Des Weiteren sollte schon im Vorfeld, wenn kritische Situationen aufziehen, Unterstützung bei Beratern gesucht werden. Beraten können in diesen Fällen die Kammern (IHK, HWK), Fachverbände oder freie Unternehmensberater. Etwas zu tun ist auf jeden Fall besser als abzuwarten bis das eigene Unternehmen an die Wand fährt.

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