Die erste Einstellung scheitert selten am Menschen. Sie scheitert an der Frage: Was soll er eigentlich übernehmen?
Viele Gründer stellen jemanden ein und geben dann ein bisschen von allem ab. Ein paar Mails hier, etwas Buchhaltung da, mal einen Kundentermin. Am Ende macht der neue Kollege lauter Bruchstücke – und der Gründer erklärt mehr, als er abgibt.
Sinnvoller ist es, vorher zu sortieren. Nicht: Was könnte jemand mir abnehmen? Sondern: Welche Aufgaben kosten mich viel Zeit, brauchen aber nicht mein spezielles Können?
Woran ich mich dabei orientiere:
→ Fang bei den wiederkehrenden Aufgaben an. Alles, was sich jede Woche wiederholt, lässt sich beschreiben und übergeben – und bringt sofort Zeit zurück.
→ Behalte, was nur du kannst. Kundenbeziehungen, zentrale Entscheidungen, deine Handschrift im Produkt. Das gibt man nicht als Erstes ab.
→ Übergib ganze Aufgaben, nicht Reste. Ein klarer Bereich mit eigener Verantwortung funktioniert besser als zehn lose Hilfstätigkeiten.
→ Schreib es einmal auf. Was du erklären kannst, kannst du abgeben. Was nur in deinem Kopf existiert, bleibt an dir hängen.
Delegieren heißt nicht, die unliebsamen Reste loszuwerden. Es heißt, bewusst zu entscheiden, worauf du deine Zeit setzt – und worauf nicht.


